Kennen Sie diesen Satz? Ich kann ihn nicht mehr ertragen!
„Es tut uns leid, aber für Ihr Kind kommt nur die Schule für Erziehungshilfe in Frage…“
„Es tut uns leid, aber Sie haben die inklusive Unterrichtung an einer Regelschule unbedingt gewollt…“
„Es tut uns leid, aber wir können (wollen) Ihrem Kind nicht mehr die Rahmenbedingungen (plötzlich) bieten, die er benötigt…“
„Es tut mir leid, dass der Betreuungsplatz Ihres Kindes gekündigt wurde und Sie Ihre wertvolle Arbeit nicht mehr leisten können…“
„Es tut uns leid, dass Sie Ihre Arbeit aufgeben. Wir werden Sie vermissen…“
„Es tut mir leid, wir nehmen keine neuen Patienten mit einer emotionalen Krise und Psychose mehr auf…“
„Es tut uns leid, aber wir haben keinen Betreuungsplatz für Ihren Sohn…“
„Es tut mir sehr leid, dass Sie Hartz4 Empfänger geworden sind, die Rechnung müssen Sie trotzdem bezahlen…“
„Es tut uns leid, aber Ihr Kind ist für eine staatliche Oberschule nicht geeignet…“
„Es tut uns leid, (keine Ahnung wer uns den Schwarzen Peter zuschob), aber Ihr Kind lässt sich nicht in die Oberschule eingliedern…“
„Es tut uns leid, Ihr Kind ist ja total Verhaltensauffällig und hat keine „Basics“, die er für eine Regelschule benötigt…“
„Es tut mir leid, für einen Schulwechsel müssen Sie diesen und jenen Antrag erneut stellen…“
„Es tut uns leid, Ihr Kind erfüllt nicht die Anforderungen einer Lernförderschule, er ist zu schlau…“
„Es tut uns leid, aber wir haben keinen Schulbegleiter… Ihr Kind muss zuhause bleiben…“
„Es tut uns leid, wir geben uns große Mühe, es klappt auch gut, aber uns fehlt Personal…“
„Es tut mir leid, gutmütiger neuer Chef, mein Kind darf nicht in die Schule, ich muss zuhause bleiben, um ihn zu betreuen…“
„Es tut uns leid, dass Sie in einer Notlage sind, aber so kurzfristig können wir keinen Alltagsbetreuer finden…“
„Es tut uns leid, dass es momentan keine autismusspezifische Psychotherapieplätze gibt, doch für die Weiterbewilligung des Schulbegleiters brauchen wir dieses Attest von einem Fachmann…“
„Es tut uns leid, uns sind da rechtlich die Hände gebunden…“
„Es tut uns leid, aber wir wissen noch nicht, ob ihr Kind am Montag in die Schule kommen kann. Wir haben einen hohen Krankenstand…“
„Werter Chef, es tut mir leid, ich weiß nicht, ob ich weiter arbeiten gehen kann oder die Arbeitszeit reduzieren muss…“
„Es tut uns leid, aber wenn ihr Kind so schreit, lassen Sie es doch bitte beim nächsten Einkauf zuhause (allein auf sich gestellt)…“
„Es tut uns leid, aber Ihr Kind kann hier nicht schwimmen lernen, wir kennen uns mit seiner „Krankheit“ (Anm. des Verfassers: ASS) aus…“
„Es tut uns leid, aber mit solch einem Verhalten können wir kein Blut ziehen und die medikamentöse Einstellung der besonderen Epilepsie nicht vornehmen… da muss ihr Sohn schon mitarbeiten…“
„Es tut uns leid, aber kann Ihr Kind nicht aufpassen, wo er hin läuft…?“
„Es tut uns leid, dass Ihr Kind in der Kommunikation eingeschränkt ist und ihm Masken Angst machen, aber die Regeln gelten für alle im ÖPNV!“
„Es tut uns leid, dass Ihr Kind wenig Körperwahrnehmung hat, wir dürfen ihm trotzdem nur 3 Windeln am Tag (oder 9 Inkontinenzschlülfer im Jahr) auf Rezept verschreiben…“
Dies ist ein kleiner Auszug aus dem (exklusiven) Leben einer Alleinerziehenden Mutter mit einem besonderen Kind (auch unter Autisten) in der 5. Klasse. Eine Never-Ending-Story!
geändert von
ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH (Moderator)
am 25. Juli 2022