Gedanken zum Begriff Kultur
Kultur ist Lebenskultur, Geisteshaltung und Kommunikation. Sichtbar bzw. bewusst erlebbar sind Verhalten, Miteinander, Traditionen, Gewohnheiten, Sprache, Vorbilder, Stadtbild und Architektur, Essen und Trinken, Musik, Symbole, Rituale, Freizeitbeschäftigung, Bildungsniveau, Kreativität, Lebensqualität. Unsichtbar bzw. unbewusst erlebbar sind Werte (Kern der Kultur), Weltanschauungen, Grundhaltungen, Einstellungen der Menschen.
„Kultur ist die DNA einer Stadt“ (Karin von Welck, Vorstandsmitglied der DUK). Handlungsweisen und Gewohnheiten dienen als Hilfsmittel der Orientierung. Kultur ist eine Prägung, wobei jeder Einzelne jedoch individuell agiert.
Kultur ist „Lebens-Mittel“ und Kommunikation, ein Grund, warum Menschen andere Menschen treffen und miteinander kommunizieren. Doch Kultur ist nicht statisch, sie verändert sich so, wie eine Destination sich verändert.
Kultur führt zu Resonanzbeziehungen, d.h. von etwas bewegt oder berührt zu sein, angesprochen zu werden – so wie das Musik erreichen kann. Es schwingt etwas und bringt damit wieder etwas zum Schwingen. Kultur kann einen resonanten Alltag erzeugen. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der immer mehr Menschen sich einer immer gleichgültigeren, stummeren Gesellschaft gegenüber sehen, deren Interaktion mit der Welt über die immer gleiche Fingerbewegung am Smartphone geschieht. Es fehlt ein wesentliches Merkmal für echte Resonanzbeziehungen: Man eignet sich wenig Fremdes an, das es erlaubt, sich zu verwandeln, sondern man sucht nur Bestätigung für das, was man schon ist. Kultur kann aber berühren, etwas erreichen, etwas bewegen, etwas verändern.
Als Dozentin erlebe ich solche Resonanzerfahrungen, wenn ich sehe, wie ich Studenten motivieren kann, Feuer zu fangen und für etwas zu brennen.
M. Ziegenbalg