Wir (einige Menschen aus dem Selbsthilfenetzwerk, die diesen Beitrag gelesen haben) möchten uns einerseits Frau Salzer anschließen, weil wir wissen, dass viele Menschen, die als seelisch behindert und oder psychisch krank eingestuft werden (und viele andere auch) Aus- und Weiterbildungen besser bewältigen oder überhaupt erst in Angriff nehmen könnten, wenn diese auch in Teilzeit angeboten würden - ebenso wie Arbeitsplätze auch.
Und es wäre leichter wenn es "normal" wäre und keine "Extrawurst", d. h. wenn man sich so etwas nicht erst erkämpfen müsste. Denn die Bescheidenheit vieler Menschen ist oft so groß, dass ein Vorteil für sich allein von manchen Menschen nicht angenommen werden kann, eher einer der für alle offen ist und da meine ich nicht exklusiv für alle als seel. beh. oder psych. krank bezeichneten Menschen, sondern wirklich für alle.
Und andererseits haben wir auch Hochachtung für "Kämpfer", denn sie zeigen was geht und eröffnen Möglichkeiten - machen Mut, seine Eigenheiten nicht auch selbst noch als Schwächen zu sehen, nur weil andere das tun.
Und noch etwas - Menschen, die irgendetwas bemängeln, die sagen, dass sie mit etwas unzufrieden sind, was so ist wie es ist und doch anders sein könnte, weil es kein Naturgesetz ist, sondern von Menschen gemacht, müssen sich viel öffter anhören, dass sie einsehen sollen, dass es nun mal so ist, als dass jemand fragt: warum nehmen sie das als gegeben hin?
Und wer lange nur hören musste: so ist es nun mal, du kannst die Welt nicht ändern, hör auf zu träumen... wird auf so eine - ganz sicher gut gemeinte - Frage vielleicht sehr traurig oder auch wütend reagieren und dann kann der Mensch nur hoffen, dass er verstanden wird.
Ich denke dabei auch an das neue schlagkräftige Argument mancher "Profis", die sagen, wenn sie Menschen hören, die brav über sich und ihresgleichen so reden, wie sie es in Psychoedukationen gelernt haben: nun stigmatisieren sich mal nicht selbst.
geändert von
Selbsthilfenetzwerk für seelische Gesundheit in Sachsen
am 15. Mai 2016