Das Thema „Kulturhauptstadt Europas 2025“ kann zu unserem „neuen“ gemeinsamen Thema, zu dem Zukunfts-Projekt der Dresdner werden. Mit dem Umsetzungsprozess haben wir die besondere Chance, über Kultur, Kunst, Bildung, Medien und Lebensgeist die Spielregeln des Miteinanders weiter zu entwickeln, Kultur vielleicht auch wieder anders zu erleben und unsere Dresden-Identität dank dieser Vision wieder neu zu stärken. Dabei ist es ganz wichtig, dass wir die umgebende Region entlang der Elbe einbeziehen. Zur Lebenskultur der Dresdner gehören auch Elbtalwein, Klettern, Gesundheitsangebote und vieles mehr. Zudem bietet die Elbe ein einzigartiges Inszenierungspotenzial für die potenzielle „Kulturhauptstadt Europas 2025“.
Dresden/Region Elbe als interkulturelle und vielfältige BÜHNE für ALLE (ganzjährige Inszenierung):
- Weiterentwicklung der Veranstaltungen mit niedrigen Barrieren für Dresdner und Einwohner der Region, die nicht oder nur selten in die Kultureinrichtungen gehen oder dort auftreten können: z.B. Festival der Straßenkultur und -kunst mit zahlreichen „Off“-Aufführungen, in denen private Theater- , Tanz- und Musikgruppen und Einzelpersonen (v.a. junge Künstler) aus ganz Europa ihre Werke auf der Straße, in Höfen, Gärten, Parkanlagen zeigen und mit den Dresdnern auftreten, musizieren und singen. Das macht Dresden bunt und lebendig.
- Stadtteilzentren für Mehrgenerationen als Kulturtreff (zum ausprobieren, proben, gemeinsam musizieren und singen, entspannen, künstlerisch tätig sein, aktiv sein, kommunizieren)
- Kulturelle Bildung: Neues Schulfach mit Bezug zur Vision „Kulturhauptstadt Europas 2025“ (neben Kunst und Musik als drittes musisches Fach in der Gymnasialen Oberstufe, vielleicht auch als Leistungskurs)
- Stadtbild und Architektur mit inszenierten Freiräumen zu allen Tages – und Jahreszeiten und für Mehrgenerationen, Anregung der Sinne durch Kunstobjekte, Licht- und Klang-Kompositionen, kulturhistorische und touristische Beschilderung (in allen Stadtteilen)
- Inszenierung der Lebenskultur der Studenten-Stadt (jünger und frischer)
- Bildung als Kulturfrage (Open Science, Gamification, Talentismus, Kollaboration, Share Economy) und interkulturelle Kompetenz (Netzwerk Technische Universität, Hochschulen, Forschungsinstitute)
- Unternehmenskultur mit New Work (Co-Working Spaces, Work-Life-Blending, Corporate Health)
- Gesundheitskultur (Detoxing, e-health, Lebensenergie, Achtsamkeit, healthness)
- Urbanisierung (Urban Farming, Urban Manufactoring, Urban Gardening bis hin zur „essbaren“ Destination)
- Silver Society – Mehrgenerationen-Kultur (Silver Potentials, Slow Culture, Ambient Assisted Living)
Der gesamte Prozess muss dazu beitragen, dass Differenzen zwischen Innensicht (Identitiät der Dresdner) und Außensicht (Image der Touristen und wichtiger externer Multiplikatoren) abgebaut werden. Der Kultursektor schafft Angebote zur Identifikation, die Tourismuswirtschaft schafft professionell inszenierte Erlebnisangebote.
Dresden darf den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ nur dann zu Recht für sich beanspruchen, wenn alle Beteiligten auch wirklich hinter dieser Vision stehen und diese Identität auch in ganz Europa wahrgenommen werden kann. Für diese Vision müssen wir ein Wir-Gefühl aufbauen. Mehr Kultur und Kunst nach, für und mit „innen“ (für und mit den Dresdnern – Mehrgenerationenansatz und schichtenübergreifend sowie als emotionales, verbindendes Thema) führt zu mehr Lebensqualität und ein besseres Eigen-Image als wesentliche Grundlage für externe Erfolge (Außen-Image) als potenzielle „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Eine stärkere Ausrichtung nach „innen“ bringt demnach eine stärkere Vermarktung der BÜHNE Dresden/Region Elbe nach außen.
M. Ziegenbalg