gemeinsam länger lernen = Inklusion
Um sinnvolle Schritte in die menschenfreundliche Richtung zu gehen, braucht es tatsächlich erstmal ein Umdenken der "Nichtbetroffenen" und vor allem der PolitikerInnen. Das geht auch nicht auf Kommando oder per Überzeugungsarbeit. Aus meiner Sicht geht das nur über positive und selbst erlebende Erfahrungen. Also müßten alle Beteiligte gemeinsam solche Erfahrungen an Schulen machen, wo Inklusion gelebt wird.
Meine Vorstellung sind Gemeinschaftsschulen, wo alle Kinder gemeinsam in eine 1. Klasse eingeschult werden, egal mit welchen Besonderheiten oder Herkünften. Die GrundschullehrerInnen werden geschult, die Einzigartigkeiten aller SchülerInnen sehen zu können und mit Wochenplänen und Projektarbeiten individuelles und selbstbestimmtes Lernen zu unterstützen. Das ermöglicht die Teamarbeit, Solidarität und Akzeptanz aller Unterschiede der Kinder. Es ist ganz normal, dass Jede/r einzigartig ist !
Optimalerweise wird jahrgangsübergreifender Unterricht angeboten, damit auch die verschiedenen Lerngeschwindigkeiten geachtet werden können. Die LehrerInnen bekommen zusätzliche Ergänzungsstunden für Gespräche mit SchülerInnen und Eltern und zusätzlich für Teamarbeit in der Lehrerschaft, damit sie sich gegenseitig unterstützen und voneinander von ihren Erfahrungen lernen können.
Es kann in Teams gearbeitet werden: 1 -3., 4- 6., 7 -9. Klassen jahresübergreifend und es gibt ein Team- Abschlusszeugnis, um in das nächste Team zu kommen.
Zensuren während der Zeit werden nur vergeben, wenn das gewünscht wird. Damit kann vor allem menschenfreundlich Sport, Kunst und Musik als etwas wirklich Kreatives und Gesundes erlebt werden und Kinder mit Beeinträchtigungen brauchen keinen Nachteilsausgleich, weil alle nach ihren Fähigkeiten gleichermaßen gefördert werden. ( für den einen Schüler ist es eine herausragende Leistung, die Kletterstange bis zur Hälfte hochzukommen, für den anderen Schüler wird es erst eine Herausforderung, wenn er sich zum siebten Mal nach oben arbeitet )
Diese Binnendifferenzierung orientiert sich an Fähigkeiten und Besonderheiten und zieht sich duch alle Jahre durch.
Zwischenzeitlich werden Talente sichtbar, die gezielt gefördert werden können, z.B. auch durch Wechsel zu einer besonders dafür ausgeprägte Schule, z.B. für "Hochintelligente" ...
Dieses Prinzip funktioniert seit 25 Jahren an der Nachbarschaftsschule Leipzig und könnte einerseits für Inklusion öffentlich gemacht werden bzw. als Konsultationsschule genutzt werden, um die Art und Weise, wie so etwas funktionieren kann, kennenzulernen.
Da jedes Kind einzigartig ist und damit die Klassenverbünde auch einzigartig sind, können nur offene Konzepte funktionieren, die durch Menschen gestaltet werden, die offene Herzen haben und keine Barrieren in alten Vorstellungen, wie etwas zu sein hat.
(gern stehe ich für Nachfragen zur Verfügung: e-mail:
bettina.heckmann@ser-leipzig.de