Der Tagebau Nochten der Lausitz Energie Bergbau AG (LE-B) liegt im nordöstlichen Teil des Freistaates Sachsen im Landkreis Görlitz. Der Aufschluss des Tagebaus erfolgte bereits 1968, die Kohleförderung begann 1973. Die geförderte Kohle wird zur Versorgung der Kraftwerksstandorte Boxberg und Schwarze Pumpe, sowie in der Veredlungsanlage Schwarze Pumpe genutzt.
Der aktive Teil des Tagebaus Nochten befand sich zum Zeitpunkt der Antragsstellung südwestlich der Stadt Weißwasser und entwickelte sich im Parallelabbau in nordwestliche Richtung. Aktuell wird der Tagebau im Schwenkabbau, entgegen des Uhrzeigersinns fortgeführt und erreicht anschließend den westlichen Abschnitt der Abbaugrenze des Abbaugebietes 1 (siehe Anlage 3.1-3.3 des RBP).
Der Tagebau Nochten befindet sich im Einzugsgebiet der Spree. Östlich wird das Einzugsgebiet der Lausitzer Neiße tangiert.
Die Grundwasserflurabstände im Umfeld des Tagebaus unterliegen seit Beginn der bergbaulichen Tätigkeit mehr oder weniger stark einer Beeinflussung und lassen sich in flurferne und flurnahe Bereiche gliedern.
Das angrenzende, unverritzte Gebirge im Hangenden der Kohle wird weitgehend entwässert, im Liegenden bis zu einem geotechnisch notwendigen Niveau entspannt und das unmittelbar nachfolgende Kippensystem nach Erfordernis wasserfrei gehalten.
Dazu werden Brunnen an den Rändern des Tagebaues und im Vorfeld niedergebracht. Dies wird jeweils mit dem erforderlichen zeitlichen Vorlauf vor dem offenen Tagebau realisiert. Zum Niedrighalten der Wasserstände in der Kippe sind ebenfalls Brunnen sowie Drainagen vorgesehen. Die Wässer werden behandelt und anschließend eingeleitet oder als Zusatzwasser verwendet.
Die Gewinnung im Tagebau erfolgt durch mehrere technologische Prozesslinien. Der Vorschnitt gewinnt und verkippt den oberen Teil des Abraumes, der von der Abraumförderbrücke nicht erreicht wird. Er besteht aus einem Schaufelradbagger 1510 SRs 6300 als Gewinnungsgerät, einer Bandanlagenkombination zur Förderung des Abraums auf die Kippenseite sowie dem Absetzer 1102 A2Rs-B 15400 zur Verkippung des geförderten Abraumes.
Auf der Gewinnungsseite entwickelte sich der Vorschnitt bis 2022 im Parallelabbau. Nach Umbau und Umverlegung des Fördersystems erfolgt seit 2023 die Abraumgewinnung durch den Vorschnitt im Schwenkbetrieb, wobei sich Ende 2026 die Baggerseite südlich der Ortschaften Schleife und Rohne befinden wird. Die baggerseitige Endstellung des Vorschnittes wird voraussichtlich 2028 erreicht sein.
Zwischen dem Vorschnitt- und dem Abraumförderbrückenbetrieb wird das 1. Lausitzer Flöz, die Oberflözkohle, durch den Eimerkettenbagger 340 ERs 710 gewonnen. Die Rohbraunkohle wird auf eine separate Bandanlage aufgegeben und der Bandanlage des Grubenbetriebes zugefördert.
Die Oberflözkohle wurde bis 2022 im Parallelabbau- und wird aktuell im Schwenkabbau gewonnen. Für das Jahr 2027 ist die Außerbetriebnahme des Systems der Oberflözkohle vorgesehen, welches südlich von Neu-Trebendorf seine Endstellung erreichen wird.
Der anschließende Abraumförderbrückenbetrieb der F60 legt mit den angeschlossenen Eimerkettenbaggern 1286, 1287 und 1288 des Typs Es 3150 das 2. Lausitzer Flöz frei. Der Abraumförderbrückenbetrieb entwickelt sich zeitlich versetzt entsprechend der Gewinnungsseite des Vorschnittes und befindet sich Ende 2026 südlich der Ortschaft Neu-Trebendorf. Die Endstellung wird voraussichtlich 2030 mit Erreichen der westlichen Grenze des AG1 erreicht sein.
Nach Freilage durch die Abraumförderbrücke, wird die Rohbraunkohle des 2. Lausitzer Flözes im Grubenbetrieb durch die beiden Schaufelradbagger 1531 und 1535 SRs 1301 sowie die beiden Eimerkettenbagger 360 und 361 ERs 710 gewonnen. Bandanlagen fördern die Rohbraunkohle zum Kohlelagerplatz am Kraftwerk Boxberg.
Der Grubenbetrieb entwickelt sich analog dem Abraumförderbrückenbetrieb und befindet sich zu Beginn 2027 südlich von Neu-Trebendorf.
Voraussichtlich im Jahr 2030 wird das AG1 des Tagebaus Nochten ausgekohlt sein. Im Anschluss beginnt die bergmännische Restraumgestaltung. Diese wird insbesondere im Bereich der gewachsenen Böschung ca. im Jahr 2038 abgeschlossen sein.
Frau Cynthia Dziadek E-Mail: cynthia.dziadek@oba.sachsen.de