Dialog Landkreis Leipzig Umwelt, Klima und Energie

Energiewerkstatt Partheland

  • Status Aktiv
  • Zeitraum 19.10.2026 bis 31.12.2027
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Wie kann für unseren Landkreis ein wirtschaftliches, verlässliches, ökologisch sinnvolles und regional wertschöpfendes Energiesystem der Zukunft aussehen?

Das jetzt vorgeschlagene Verfahren ist dagegen stark informations- und kommunikationsorientiert: Expertenimpuls, Fact-Sheet, digitale Abfragen und anschließend eine moderierte Zusammenführung der Rückmeldungen.

Was wir darin nicht ausreichend erkennen, ist der Raum, in dem Annahmen hinterfragt, Fakten gegeneinander abgewogen, Alternativen entwickelt, eigene Berechnungen und Thesen eingebracht und daraus gemeinsam belastbare Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Beteiligung bedeutet, etwas beitragen zu dürfen. Mitgestaltung bedeutet, etwas verändern zu können.

Etwas zugespitzt formuliert:
Ein Webinar plus Kommentarfunktion ist noch keine Energiewerkstatt.

Für uns ist deshalb ein Grundsatz besonders wichtig:

Akzeptanz sollte das Ergebnis einer guten und nachvollziehbaren Planung sein – nicht das Ziel eines Beteiligungsformats.

Mit „Planung“ meinen wir dabei ausdrücklich keine kleinteilige technische Anlagenplanung. Es geht zunächst um die grundlegenden Prinzipien eines funktionierenden Energiesystems: Versorgungssicherheit, Gesamtsystemkosten, Technologieoffenheit, Netze und Speicher, regionale Wertschöpfung sowie das Zusammenspiel lokaler, regionaler und überregionaler Energieflüsse.

Wir schlagen deshalb vor, vor dem Start des neuen Formats die Projektlenkungsgruppe zusammenzurufen und gemeinsam zu klären, welcher Arbeitsauftrag verfolgt wird, welche Datengrundlage zur Verfügung steht, welche Zielgrößen gelten und welche tatsächlichen Gestaltungsmöglichkeiten die Beteiligten haben.

Wir sind ausdrücklich bereit, an einem solchen offenen und konstruktiven Prozess weiter mitzuwirken. Voraussetzung dafür ist aus unserer Sicht jedoch, dass Ziel, Datengrundlage, Arbeitsweise und tatsächliche Gestaltungsmöglichkeiten gemeinsam abgestimmt werden.

Sollte dies im vorgesehenen Format nicht möglich sein, müssten wir konsequenterweise prüfen, welchen Sinn unsere weitere Mitwirkung in diesem Prozess noch hat.

Beste Grüße 
Vertreter von Bürgerinitiativen in Westsachsen

Bernd Sorge, Thomas Reichert

P.S. – Was wir unter einer Energiewerkstatt verstehen

Damit unser Einwand nicht abstrakt bleibt, möchten wir einige Punkte benennen, die wir von Beginn an mit dem Format verbunden haben:

  • Gemeinsame Datengrundlage: Verbrauch, Erzeugung, bestehende Anlagen, Netze, Speicherpotenziale, Flächen, Ausbaupotenziale und relevante wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssen für die Beteiligten transparent zugänglich sein.
  • Klare Zielgrößen: Anforderungen an Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit sollten vor Beginn der eigentlichen Arbeit gemeinsam definiert werden. Erst dann lassen sich unterschiedliche Lösungen sinnvoll vergleichen.
  • Gesamtsystem statt Einzeltechnologie: Maßstab sollte nicht die maximale Nutzung einer bestimmten Technologie sein, sondern die Frage, welches Gesamtsystem den Bedarf zuverlässig, wirtschaftlich und möglichst verlustarm deckt.
  • Technologieoffenheit: Wind und Photovoltaik gehören ebenso in die Betrachtung wie Speicher, Biomasse und Biogas, Abwärme, Wasserkraft, Geothermie sowie weitere technisch und wirtschaftlich denkbare Lösungen. Auch Greenfield-Ansätze sollten diskutierbar sein und nicht bereits durch die Aufgabenstellung ausgeschlossen werden.
  • Tatsächliche Systemkosten: Betrachtet werden sollten nicht nur isolierte Erzeugungskosten, sondern die Kosten einer verlässlichen 24/7-Versorgung einschließlich Netzen, Speicherung, Regelbarkeit, Umwandlungsverlusten und erforderlichen Systemdienstleistungen.
  • Regionale Wertschöpfung: Arbeitsplätze, kommunale Einnahmen und wirtschaftlicher Nutzen für Bürger und Unternehmen des Landkreises sollten ausdrücklich Bestandteil der Bewertung sein.
  • Bedarf und Energieflüsse zusammendenken: Der Landkreis ist kein energetisches Inselsystem. Quellen und Senken sowie Energieflüsse über die Kreisgrenzen hinweg – insbesondere im Verhältnis zum Großraum Leipzig – gehören deshalb in die Betrachtung.
  • Netzausbau nicht automatisch voraussetzen: Dezentrale Erzeugung, Speicher und regelbare Verbraucher sollten auch danach bewertet werden, inwieweit sie zusätzlichen Netzausbau vermeiden oder reduzieren können.
  • Nachvollziehbare Ergebnisse: Am Ende sollte nicht nur dokumentiert werden, was eingebracht wurde, sondern ebenso transparent: Was wurde aufgrund der Diskussion verändert – und warum wurden andere Vorschläge fachlich verworfen?

Genau darin sehen wir den Mehrwert einer echten Energiewerkstatt.

  Beiträge

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Stabsstelle des Landrates

Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung

Stauffenbergstraße 4 | 04552 Borna I Haus 2 I Zimmer 2.2.11

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Telefon:      +49 (3433) 241 1050

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Klimaschutzkoordinatorin

Telefon:      +49 (3433) 241 1067

Mail:      anastasia.neustadt@lk-l.de

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Die Teilnahme an dieser Beteiligung ist freiwillig. Es gibt drei Möglichkeiten der Teilnahme: 1. an den Online-Terminen, 2. schriftliche Beiträge im Online-Beteiligungsportal und 3. in Präsenzterminen. Für schriftliche Beiträge zur Online-Beteiligung, müssen Sie sich im Beteiligungsportal registrieren. Wenn Sie Kommentare oder Beiträge verfassen, werden Name und e-Mailadresse hinterlegt. Diese personenbezogenen Daten dienen ausschließlich für die Auswertung der Beteiligung und für eventuelle Rückfragen, um Ihre Angaben optimal berücksichtigen zu können.

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