Verordnungsentwurf Gemeinde Pöhl Kommunale Wärmeplanung

Kommunale Wärmeplanung

  • Status Aktiv
  • Zeitraum 09.04.2026 bis 07.05.2026
  • Stellungnahmen 0 Stellungnahmen
Bild vergrößern

1. Zusammenfassung
Gesetzlicher Rahmen und Zielsetzung
Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet Kommunen deutschlandweit zur Erstellung einer
strategischen Wärmeplanung: Großen Städten (über 100.000 Einwohner) ist hierfür eine Frist bis zum
30.06.2026 gesetzt, kleinere Gemeinden müssen ihre Pläne bis zum 30.06.2028 vorlegen.
Ziel der Gemeinde Pöhl ist es, durch dieses Planungsinstrument den Weg zu einer klimaneutralen
Wärmeversorgung bis 2045 zu ebnen. Die zentrale Frage lautet dabei: Wo lassen sich bestehende
Wärmenetze (Nah- und Fernwärme) wirtschaftlich ausbauen und wo sind dezentrale Lösungen sinnvoller?
Der Prozess gliedert sich in vier Phasen: Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Zielszenario und
Umsetzungsstrategie mit Vorschlägen für einen Maßnahmenkatalog.
Bestandsanalyse: Wo stehen wir heute?
Um den Status quo zu erfassen, wurden reale Verbrauchsdaten, Heizsysteme und Gebäudetypen im
gesamten Gemeindegebiet ausgewertet. Zur präzisen Planung wurde Pöhl in 10 Wärmegebiete
unterteilt (analog der Gemarkungen).
1. Gebäudestruktur: Von den 2.893 untersuchten Gebäuden und Nebengebäuden (309.257 m²
Fläche) weisen 1.455 Gebäude und Nebengebäude aktiven Wärmebedarf auf (ALKIS Daten).
2. Energieverbrauch: Der jährliche Bedarf lag 2025 bei rund 36 GWh.
3. Energieträger: Die Versorgung ist aktuell noch stark fossil geprägt; Erdgas und Heizöl decken 61%
des Bedarfs. Der Anteil erneuerbarer Energien (Solar, Biomasse, Wärmepumpen) liegt bei 39 %.
Es existiert ein Wärmenetz in Jocketa, das bereits auf der Basis erneuerbarer Energie
(Hackschnitzel) betrieben wird.
4. Emissionen: Rund 92 % des Verbrauchs entfallen auf den Wohnsektor. Dies verursacht jährlich
7.749 Tonnen CO₂-Äquivalente, was einem Pro-Kopf-Ausstoß von 3 Tonnen entspricht.
Potenzialanalyse: Was ist möglich?
Die Analyse zeigt deutliche Einsparmöglichkeiten durch Sanierung und Effizienz:
 Gebäude: Durch einen verbesserten Wärmeschutz (angenommene Sanierungsrate von 2 % p.a.
auf heutigem Standard) lassen sich ca. 12,6 % des Bedarfs einsparen.
 Gewerbe: Prozessoptimierungen und Sanierung (analog Wohngebäude) tragen zur vorgenannten
Einsparung bei.
 Quellen: Lokal bieten Gewässer-, Fluss- und Erdwärme sowie Solarthermie das größte Potenzial.
Um den Bedarf vollständig zu decken, bleibt die Gemeinde jedoch auf standortunabhängige
Energieträger wie Außenluftwärme, Biomasse und auch „grüne Gase“ angewiesen.

Zielszenario 2045: Die klimaneutrale Zukunft
Bis 2045 soll die Wärmeversorgung gemäß Klimaschutzgesetz treibhausgasfrei sein. Dies erfordert eine
fundamentale Transformation:
 Technologie-Mix: Wärmepumpen bilden ein wichtiges Element, werden im Zieljahr jedoch nur
etwa 18,36 % der Last tragen. Dies liegt vor allem an den Herausforderungen im villenartigen oder
auch denkmalgeschützten Altbestand, wo Wärmepumpen oft nur begrenzt einsetzbar sind.
 Besonderheiten im Altbestand: In diesen Bereichen bleiben klimaneutrale Gase und Biomasse
über 2045 hinaus wichtig. Flankierend müssen hier denkmalgerechte Sanierungen und die
energetische Optimierung der Warmwasserbereitung (die bis zu 30 % der Heizkosten verursachen
kann) den Verbrennungsbedarf senken.
 Infrastruktur: Das bestehende Wärmenetz in Jocketa sollte konsequent weiter modernisiert,
dekarbonisiert und durch Nachverdichtung ausgebaut werden, um einen wesentlichen Beitrag
zur CO₂-Freiheit zu leisten. Das bestehende Wärmenetz soll und kann zur klimaneutralen
Versorgung (Schule, KIGA …) weiter einen wichtigen Beitrag leisten

Kontakt

Gemeindeverwaltung Pöhl

Jocketa-Kurze Straße 5

08543 Pöhl

Bürgermeister: Erik Jung

Internet: www.poehl.de

e-mail: info@gemeinde-poehl.de

Tel.: 037439/740-0

Fax: 037439/74028

Gegenstände

Übersicht

Informationen

Übersicht
Zum Seitenanfang