Nutzerprofil von »groma«

Status
Nicht mehr aktiv
registriert seit
09.05.2016

Aktivität

Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Schule

Bereits im Jahr 2012 erarbeitete eine eigens vom Staatsministerium für Kultus einberufene Expertenkommission konkrete Empfehlungen, wie die Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) an sächsischen Schulen anzuwenden sind. Die beschriebenen Handlungsansätze hätten bei vorhandenem politischem Willen die schrittweise Umsetzung von Art. 24 der UN-BRK an Sachsens Schulen innerhalb von 5 bis 10 Jahren ermöglicht. Der vorliegende Entwurf zum SLAP zeichnet den politischen Willen  hin zur inklusiven Bildung jedoch nur sehr zurückhaltend, was auch im aktuellen Entwurf zum Schulgesetzt sehr deutlich wird. Die Fortschreibung des begonnenen Aktionsplanes für die Schulen sollte fortgesetzt werden.


Es ist nicht hinnehmbar, dass im Entwurf des SLAP die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen mit einer Behinderung bzw. einem festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf und die damit verbundene benötige individuelle Unterstützungsleistungen durch den Einsatz von Inklusionsassistenten an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen abgedeckt werden soll. Dieses Unterstützungsinstrument findet im Rahmen einer ESF Förderung statt und ist temporär begrenzt.

Es sollte dringend eine Aussage zur Sicherung der Nachhaltigkeit gemacht werden und keine "Trostpflaster" vergeben werden.

Gleiches gilt für die Erhöhung der Anzahl der Praxisberater an Oberschulen ab dem Schuljahr 2016/17.

Die Öffnung von Förderschulen auch für Schüler(innen) ohne sonderpädagogischem Förderbedarf ist der Schritt zu einer gewollten Inklusion. Jedoch sind dafür die erforderlichen personellen Rahmenbedingungen konkret zu beschreiben und den Schulen zuzusichern.

Für die Beratungsangebote für Eltern von Kindern mit Behinderungen ist eine unabhängige Beratungsinstanz erforderlich.

 Die Übergangslösung, dass Eltern mithilfe ihres Wahlrechts entscheiden können, ob ihr Kind an einer wohnortnahen Regelschule oder einer Förderschule unterrichtet wird, muss konkretisiert werden bzw. Verwaltungsvorgänge zeitnah bearbeitet werden.

Um den Schulbesuch von Kindern mit Behinderungen auf Regelschulen zu ermöglichen, ist es zum einen erforderlich, den Schulleitungen die Bedingungen dafür zur Verfügung zu stellen und ebenso die Schulnetzplanung entsprechend zu gestalten.

Im Entwurf werden dazu keine Konkretisierungen skizziert, was einen gelingenden Inklusionsprozess in Frage stellt.

Generell ist im Entwurf  des SLAP kein schlüssiges Konzept für die Umsetzung der Inklusion im Schulwesen erkennbar. Das führt zu Unsicherheit und Unzufriedenheit aller am Schulwesen beteiligten Akteure, was in den Beteiligungsforen zum Entwurf des Schulgesetzes ausdrücklich formuliert wurde.


Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Therapien in der Kita



Die Maßnahme, Therapien in allen Kindertageseinrichtungen auf der Basis einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Frühförderung und Therapeuten zu ermöglichen, wird begrüßt.

Für eine künftige inklusiv arbeitende Kita sind multiprofessionelle Teams (intern und extern) erforderlich. Dieser Ansatz ist jedoch nur umsetzbar, wenn die dafür notwendigen Bedingungen vorhanden sind, so u.a. räumliche Bedingungen vor Ort, zeitliche Ressourcen für den Fachaustausch z.B. für die individuelle Förderplanung und die Inklusionskompetenz der Fachkräfte erkennbar ist.

Daher wäre folgende neue Formulierung denkbar:

Ermöglichung von Therapien in allen Kindertageseinrichtungen, die im Kontext des Kita Konzeptes integriert sind und auf dem Verständnis eines multiprofessionellen Teams (intern als auch extern z.B. durch Frühförderung) basieren.


Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Barrierefreie Gestaltung der Elternarbeit




Um die inklusive Haltung auch hier umsetzen zu wollen, sollte auf die Begrenzung (Ausgrenzung) einer Einschränkung verzichtet werden und bei den Regelungen auf alle Einschränkungen hinwirken.


Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Frühkindliche Bildung



Gänzlich fehlt im Absatz „Handlungsbedarf“ der Bezug zur Kindertagespflege. Sie ist gesetzlich verankerter Bestandteil der Kindertagesbetreuung in Sachsen und ist unbedingt mit aufzunehmen.

Die Maßnahme „Prüfung des Personalschlüssels, einer mittelbaren pädagogischen Arbeitszeit der Fachkräfte sowie der Leitungsfreistellung unter Berücksichtigung des Förder- und Hilfebedarfes auch bei Vorliegen von schwerer Behinderung“ sollte sich auf den individuellen Entwicklungsbedarf eines jeden Kindes  beziehen. Daher folgende Neu-Formulierung aufnehmen:

„Prüfung des Personalschlüssels, einer mittelbaren pädagogischen Arbeitszeit der Fachkräfte sowie der Leitungsfreistellung unter Berücksichtigung der individuellen Entwicklungsbegleitung und des Förder- und Hilfebedarfes eines jeden Kindes.

Im Bereich der Normenkontrolle und - anpassung ist darauf hinzuwirken, dass sich Inklusionsprozesse tatsächlich entfalten können, d.h. den Veränderungsprozessen in den Kindertageseinrichtungen und in den Heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen bzw. Gruppen dürfen keine verwaltungstechnischen Hürden entgegenwirken; auf kommunaler als auch auf der Landesebene, so z.B. bei der Flexibilisierung der Betriebserlaubnis.

Hierbei  ist insbesondere auf die Inklusionskompetenz der Verwaltungsmitarbeiter(innen) hinzuwirken.

Im Rahmen des Entwicklungsprozesses hin zur inklusiven Kita erübrigt sich u.E. eine eigene Integrations-Verordnung. Die Maßnahmen „Überarbeitung der IntegrVO“ sehen wir als einen Zwischenschritt und regen an, hier auch die Schnittstelle zu den  heilpädagogischen Kitas bzw. Gruppen zu klären.

Neben der Überarbeitung der Integrationsverordnung ist eine Überarbeitung der SächsQualiVO erforderlich


Wir begrüßen die Maßnahme, Therapien in allen Kindertageseinrichtungen auf der Basis einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Frühförderung und Therapeuten zu ermöglichen. Für eine künftige inklusiv arbeitende Kita werden multiprofessionelle Teams (intern und extern) erforderlich. Dieser Arbeitsansatz ist jedoch nur umsetzbar, wenn die dafür notwendigen Bedingungen vorhanden sind, so u.a. räumliche Bedingungen vor Ort, zeitliche Ressourcen für den Fachaustausch z.B. für die individuelle Förderplanung, Inklusionskompetenz der Fachkräfte.

Um dies deutlich machen zu können, schlagen wir folgende neue Formulierung vor:

Ermöglichung von Therapien in allen Kindertageseinrichtungen, die im Kontext des Kita Konzeptes integriert sind und auf dem Verständnis eines multiprofessionellen Teams (intern als auch extern z.B. durch Frühförderung) basieren.