Nutzerprofil von »Landesverband der Gehörlosen Sachsen e.V. / LDZ«

Status
Aktiv
registriert seit
26.11.2015

Aktivität

Beitrag Beitrag
Uhr 11. Mai 2016

Gehörlose Menschen im ländlichen Raum



Gehörlose Menschen, die im ländlichen Raum leben, haben häufiger Schwierigkeiten mit der Übernahme von Dolmetscherkosten: die Kostenträger waren schon mehrfach nicht dazu bereit, die höheren Fahrtkosten und Fahrtzeiten zu vergüten. Dolmetscher/innen sind vordergründig in Ballungsräumen angesiedelt, da es für sie in ihrer freiberuflichen Tätigkeit nachteilig sein kann, außerhalb dieser Ballungsräume zu leben.


Beitrag Beitrag
Uhr 10. Mai 2016

Weitere Maßnahme

Kostenfreie Beratungsangebote, wie bspw. eine Schwangerenkonfliktberatung und Erziehungsberatung, welche von sozialen Beratungsstellen durchgeführt werden, müssen auch für gehörlose Menschen barrierefrei zugänglich sein. Es bedarf hier der Kostenübernahme der Dolmetscherkosten durch diejenigen Behörden, die das Beratungsangebot durch entsprechende Zuwendungen an die Beratungsstellen finanziell fördern.

Beitrag Beitrag
Uhr 10. Mai 2016

Maßnahmen

Notruf
Bis heute gibt es für gehörlose Menschen keinen barrierefreien und einheitlichen Notruf.
Das Notruf-Fax kann nur dann verwendet werden, wenn im Notfall ein Faxgerät zur Hand ist. Und das ist nur dann der Fall, wenn man sich gerade zuhause befindet und tatsächlich über ein Faxgerät verfügt (aufgrund der fortschreitenden Technik und der neuen Medien ist dies immer seltener).
Die von der Sächsischen Polizei angebotene Notruf-SMS bezieht sich nur auf polizeiliche Einsätze (und nur auf Sachsen) und ist darüber hinaus recht komplex in der Anwendung. Je nach aktuellem Aufenthaltsort in Sachsen ist eine andere Nummer zu wählen. Zudem ist es schon mehrfach vorgekommen, dass die Anwendung und damit der Notruf auf diesem Wege nicht funktionierten.

Ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst von Gebärdensprachdolmetscher/innen ist ebenfalls bisher nicht gegeben. Es besteht ein Bereitschaftsdienst der Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache für die Vermittlung von Dolmetscher/innen in dringenden Fällen und Notfällen. Dieser ist jedoch insofern begrenzt, als nicht zu allen Zeiten und an allen Orten in Sachsen sofort Dolmetscher/innen verfügbar sind und entsprechend vermittelt werden können. Darüber hinaus wird der Bereitschaftsdienst der Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache nicht finanziert bzw. vergütet und ist eine freiwillige zusätzliche Leistung. Es werden 365 Tage rund um die Uhr mit Zeitfenstern abgedeckt, die eine Reaktionszeit von bis zu 2 Stunden vorsehen.
Mit einer entsprechenden Finanzierung könnte dieser Bereitschaftsdienst sehr viel besser und effektiver für gehörlose Menschen in Sachsen gestaltet werden.

geändert von Landesverband der Gehörlosen Sachsen e.V. / LDZ am 10. Mai 2016

Beitrag Beitrag
Uhr 10. Mai 2016

Maßnahmen

Dolmetscherkosten im Rahmen des FSJ und BFD

Wenn gehörlose Menschen am FSJ oder BFD teilnehmen möchten, bleiben sie bisher von Weiterbildungen und Schulungen im Rahmen dieser Freiwilligendienste ausgeschlossen, da das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben sich nicht in der Verantwortung sieht, die Kosten für notwendige Gebärdensprachdolmetscherleistungen zu übernehmen. Dies führte und führt sogar dazu, dass der Freiwilligendienst (FSJ und BFD) gar nicht erst angetreten werden kann bzw. entsprechende Verträge nicht zustande kommen. Hier muss eine Regelung gemeinsam mit dem BAFzA herbeigeführt werden.

geändert von Landesverband der Gehörlosen Sachsen e.V. / LDZ am 10. Mai 2016

Beitrag Beitrag
Uhr 10. Mai 2016

Maßnahmen

Finanzierung von Gebärdensprachdolmetscherleistungen bei stationären Behandlungen

Im Grunde ist die Finanzierung von Gebärdensprachdolmetscherleistungen bei stationären Behandlungen in Krankenhäusern/Kliniken geregelt. Die Krankenkassen argumentieren so, dass die hierfür anfallenden Kosten mit der jeweiligen Fallpauschale für den Patienten abgegolten sind und die Krankenhäuser sie somit zu tragen haben.

Häufig kommt es dann zu Schwierigkeiten bis hin zur Ablehnung der Kostenübernahme durch Krankenhäuser, da in einigen Fällen die Dolmetscherkosten bereits die Hälfte (und mehr) der Fallpauschale beanspruchen. Daraus resultiert, dass gehörlose Menschen oftmals nicht gern gesehene Patienten in Krankenhäusern/Kliniken sind, da sie sich nur wenig "rentieren".

Hier muss eine klare Vereinbarung und Regelung zwischen der KGS e.V. und den Krankenkassen erfolgen. Es wäre bspw. möglich, dass Dolmetscherkosten grundsätzlich im Rahmen des DRG-Entgeltsystems von den Kliniken mit kalkuliert werden. Darüber müsste jedoch auch eine einheitliche und klare Information erfolgen.


Notruf
Bis heute gibt es für gehörlose Menschen keinen barrierefreien und einheitlichen Notruf.
Das Notruf-Fax kann nur dann verwendet werden, wenn im Notfall ein Faxgerät zur Hand ist. Und das ist nur dann der Fall, wenn man sich gerade zuhause befindet und tatsächlich über ein Faxgerät verfügt (aufgrund der fortschreitenden Technik und der neuen Medien ist dies immer seltener).
Die von der Sächsischen Polizei angebotene Notruf-SMS bezieht sich nur auf polizeiliche Einsätze (und nur auf Sachsen) und ist darüber hinaus recht komplex in der Anwendung. Je nach aktuellem Aufenthaltsort in Sachsen ist eine andere Nummer zu wählen. Zudem ist es schon mehrfach vorgekommen, dass die Anwendung und damit der Notruf auf diesem Wege nicht funktionierten.

Ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst von Gebärdensprachdolmetscher/innen ist ebenfalls bisher nicht gegeben. Es besteht ein Bereitschaftsdienst der Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache für die Vermittlung von Dolmetscher/innen in dringenden Fällen und Notfällen. Dieser ist jedoch insofern begrenzt, als nicht zu allen Zeiten und an allen Orten in Sachsen sofort Dolmetscher/innen verfügbar sind und entsprechend vermittelt werden können. Darüber hinaus wird der Bereitschaftsdienst der Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache nicht finanziert bzw. vergütet und ist eine freiwillige zusätzliche Leistung. Es werden 365 Tage rund um die Uhr mit Zeitfenstern abgedeckt, die eine Reaktionszeit von bis zu 2 Stunden vorsehen.
Mit einer entsprechenden Finanzierung könnte dieser Bereitschaftsdienst sehr viel besser und effektiver für gehörlose Menschen in Sachsen gestaltet werden.










































































geändert von Landesverband der Gehörlosen Sachsen e.V. / LDZ am 10. Mai 2016

Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Weitere Maßnahme

Bereitstellung eines/r Budgets/Assistenzleistung für hörbehinderte Menschen, die auch im Rahmen der allgemeinen Weiterbildung Gebärdensprachdolmetscherleistungen benötigen.
Volkshochschulen werden unter anderem durch Zuschüsse des Landes finanziert. Diese Zuschüsse könnten entsprechen erhöht werden.
Darüber hinaus könnte geprüft werden, ein Budget für Gebärdensprachdolmetscherkosten pro Jahr zu planen und auf alle Teilnehmergebühren aller Kurse einer VHS umzulegen. So bliebe die Preissteigerung der einzelnen Gebühren möglicherweise relativ gering.

geändert von Landesverband der Gehörlosen Sachsen e.V. / LDZ am 10. Mai 2016

Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Maßnahmen Barrierefreiheit

Bisher werden in den meisten Fällen Assistenzleistungen für eine Promotion, ein Zweitstudium oder ein Weiterbildungsstudium nicht übernommen.
Da Menschen mit Behinderung - bspw. gehörlose Menschen, die auf Gebärdensprachdolmetscherleistungen angewiesen sind - die Kosten dafür i.d.R. nicht selbst stemmen können, bleiben Ihnen diese Qualifizierungsmöglichkeiten zumeist verschlossen. Im Sinne der Barrierefreiheit und Inklusion ist die Kostenübernahme für Assistenzleistungen auch in diesem Bereich zu gewährleisten.

Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Schule / Maßnahmen

Personal, Aus- und Weiterbildung

In Bezug auf die "Unterbreitung bedarfsgerechter Angebote zur Stärkung der Ausbildung von Sonderpädagogen" ist Folgendes zu beachten:

Aufgrund des fehlenden Studienfaches der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachpädagogik in Sachsen, muss zumindest das Angebot von Seminaren in Deutscher Gebärdensprache in die Ausbildung von Sonderpädagogen aufgenommen werden.
 

Förderschulen

Zum Punkt "Zulassung der Deutschen Gebärdensprache für gehörlose Schüler in prüfungsrelevante Fächer in der Schule im Sinne eines Nachteilsausgleiches" ist Folgendes zu beachten:

Art. 24 Abs. 3b und c der UN-BRK:
b) ermöglichen sie das Erlernen der Gebärdensprache und die Förderung der sprachlichen Identität der gehörlosen Menschen;
c) stellen sie sicher, dass blinden, gehörlosen oder taubblinden Menschen, insbesondere Kindern, Bildung in den Sprachen und Kommunikationsformen und mit den Kommunikationsmitteln, die für den Einzelnen am besten geeignet sind, sowie in einem Umfeld vermittelt wird, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet.

Die reine „Zulassung“ der DGS in prüfungsrelevanten Fächern kann nicht Ziel eines Aktionsplans Inklusion im Sinne der UN-BRK sein. Die DGS muss nicht nur grundsätzlich in Schulen zugelassen sein, sondern auch das Erlernen der DGS muss in der Schule implementiert sein und die sprachliche Identität gefördert werden. Zu dieser sprachlichen Identität gehört bei gehörlosen Menschen auch die kulturelle Identität als Teil der Gebärdensprachgemeinschaft. Auch die Förderung dieser kulturellen Identität  gilt es durch Fächer wie „Deaf Studies“ oder „Gehörlosenkultur“ sicherzustellen. Dies ist sowohl bei der Beschulung gehörloser Kinder in Förderschulen als auch in Regelschulen notwendig.
 

Integrative Unterrichtung

Das Wort "Integrative" sollte durch "Inklusive" ersetzt werden.


Normenkontrolle und -anpassung

Zum Punkt "Barrierefreie Gestaltung der Elternarbeit":
"Prüfung und gegebenenfalls Regelung des Einsatzes und der Kostenübernahme von Gebärdensprachdolmetscherleistungen für Eltern mit Hörbehinderung bei Elternabenden / Elterngesprächen / Veranstaltungen in der Kita im künftigen Inklusiongesetz."

Bitte in diesem Absatz das Wort "Kita" mit "Schule" ersetzen, da es hier um den Bildungsbereich Schule geht.
Darüber hinaus wäre es wünschenswert, eine entsprechende Regelung im derzeit vor der Novellierung stehenden Schulgesetz zu verankern. Eine "Prüfung" hinsichtlich einer Regelung im Inklusionsgesetz ist - wie bereits im Beitrag zur "Frühkindlichen Bildung" erwähnt - äußerst unverbindlich, zumal im Falle eines negativen Prüfungsergebnisses keine Alternative benannt wird. Eine entsprechende Regelung müsste im Aktionsplan als Maßnahme festgeschrieben werden.

Berufsorientierung und Berufseinstieg

"Für betroffene Schüler Zurverfügungstellung angemessener Vorkehrungen für den gemeinsamen Unterricht an Regelschulen (z.B. Zugänglichkeit der Gebäude, eine auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmte Organisation und Methode des Unterrichts, angepasste Lehr- und Lernmittel, angepasste Kommunikationsformen, Assistenz.)."

Die Aufzählung der Beispiele sollte um Folgendes ergänzt werden:
Förderung der Identität von Schülern mit Hörbehinderung durch die Fächer "Deaf Studies" bzw. "Gehörlosenkultur".


Beitrag Beitrag
Uhr 9. Mai 2016

Frühkindliche Bildung / Maßnahmen

Anmerkung zum Punkt "Barrierefreie Gestaltung der Elternarbeit":

Wäre es nicht möglich, eine Regelung zur Kostenübernahme von Gebärdensprachdolmetscherleistungen für Eltern mit Hörbehinderung bei Elternabenden, Elterngesprächen und Veranstaltungen in der Kita im Gesetz über Kitaeinrichtungen (SächsKitaG) bspw. in Abschnitt 1, §6 zu verankern?

Eine reine "Prüfung" hinsichtlich einer Regelung im Inklusionsgesetz erscheint äußerst unverbindlich, zumal im Falle eines negativen Prüfungsergebnisses keine Alternative benannt wird. Eine entsprechende Regelung müsste im Aktionsplan als Maßnahme festgeschrieben werden.



Anmerkung zum Punkt "Beratung und Betreuung" / Sicherung der bestmöglichen Förderung:



Hier muss ergänzt bzw. in der Umsetzung der Maßnahme berücksichtigt werden, dass für gehörlose/hörbehinderte Kinder (auch für Kinder mit Cochlear Implantat (CI) !) Kindergartenassistenzen mit Kompetenz in Deutscher Gebärdensprache einzusetzen sind.

geändert von Landesverband der Gehörlosen Sachsen e.V. / LDZ am 9. Mai 2016

Beitrag Beitrag
Uhr 27. November 2015

Gebärdensprachdolmetscherkosten im Rahmen zivilgesellschaftlichen Engagements

Der Umfang der (politischen) Arbeit des Landesverbandes der Gehörlosen Sachsen e.V. sowie der Vorstände regionaler Gehörlosenvereine ist schon im Vorhinein durch die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt. Nicht alle notwendigen Aktivitäten eines jeden Jahres können vorab kalkuliert werden, so dass die Gelder für den Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher/innen häufig frühzeitig ausgeschöpft sind. Regionale Vereine, welche keine Fördermittel erhalten, sind hier umso mehr benachteiligt, als sie grundsätzlich Dolmetscherkosten selbst tragen müssen. Gleiches gilt für das zivilgesellschaftliche Engagement gehörloser Menschen in anderen Bereichen. Grundsätzlich ist hier ein Budget für Dolmetscherkosten im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten unbedingt notwendig.