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Kommentar Kommentar
Zeitpunkt des Erstellens 6. Dezember 2018

à propos zukunftsträchtig

Ich nehme an, Sie meinen mit "rückwärtsgewandten ewigen Nörgler[n]" diejenigen, die hier gar keine Bebauung wünschen oder gesichtslose Globalisierungsarchitektur, wie sie z.B. neuerdings am Postplatz zuhauf zu finden ist, und die dem Gesicht der Stadt völlig abträglich ist. Dann stimme ich Ihnen zu.

Erfrischend, innovativ und vor allem identitätsstiftend ist Architektur, wenn sie stimmige Proportionen aufweist, Regionaltypik im Bezug auf Materialauswahl und Gestaltungselemente verfolgt und eine vielfältige Nutzung ermöglicht (z.B. Einzelhandel, Gastronomie oder sonstige öffentlich zugänglichen Einrichtungen in der Erdgeschosszone).

Im Vorhabengebiet gibt es nicht wirklich etwas zu rekonstruieren, außer annähernd den Stadtgrundriss, was die Baumassenstudie auch teilweise tut. Insofern kann ich keine "vergangenheitsverliebte Diskussion" erkennen. Dresden ist bekannt und beliebt für und lebt von Architektur, die Bezug auf die Geschichte nimmt oder aus ihr stammt. Dass jede Epoche dabei positive Spuren hinterlassen kann, zeigt z.B. die Nachkriegsbebauung am Altmarkt und im Übrigen auch das Neue Rathaus, für dessen Bau einige markante Gebäude weichen mussten. Das Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz sollte sich architektonisch in dieser Tradition der Neuinterpretation des Stadtbildes sehen, statt ein bezugs- und gesichtsloser Solitär sein zu wollen, der überall auf der Welt stehen könnte.

Beitrag Beitrag
Zeitpunkt des Erstellens 4. Dezember 2018

Fedinandplatz - Georgplatz - Sankt Petersburger Straße

Die größte Chance bei diesem Bauvorhaben ist sicherlich erst auf den zweiten Blick erkennbar, nämlich die Positionierung und Gestaltung der Gebäude zum Georgplatz, bzw. der Sankt Petersburger Straße hin. Und eigentlich sollte die Planung nicht unabhängig von einer Perspektive zur umfassenden Umgestaltung der Verkehrsinfrastruktursituation am Georgplatz betrachtet werden.

Es sollte also zumindest architektonisch ein späterer Bezug unbedingt berücksichtigt werden. Das Verwaltungszentrum ist hierbei ein Mittler zwischen der bestehenden Bebauung der Sankt Petersburger Straße südwestlich (Plattenbauten) und südlich (Studentenwohnheim), sowie derjenigen nördlich (Neues Rathaus) und östlich (mögliche Bebauung des Georgplatzes - zum Linger-Altstadtgarten besteht städtebaulich nur temporär ein Sichtbezug). Für die Planung mit solitären Hochpunkten am Gebäude sind Blickbeziehungen auch von weiter entfernten Punkten zu berücksichtigen. Das Verwaltungszentrum wird in der Blickflucht des östlichen Promenadenringes, und, je nach Standpunkt, auch der Lingnerallee stehen und somit stark sichtbar im Stadtbild erscheinen. Hierbei sollte unbedingt eine Konkurrenzsituation oder gar Störung der Altstadtsilhouette vermieden werden.

Bzgl. der Positionierung der Baumassen sollte weiterhin berücksichtigt werden, dass der momentane Verlauf der Sankt Petersburger Straße städtebaulich hinderlich und zukünftig zu korrigieren ist. Die Gebäude dürfen dieser Korrektur nicht im Wege stehen. Hierzu gehört nicht nur die verkehrliche Neuordnung von MIV und Fußgängerverkehr, sondern auch des ÖPNV. Der Ferdinand-/Georgplatz mit dem Verwaltungszentrum wird als Stadtplatz mit erwartbar zunehmendem Publikum zumindest eine Haltestelle benötigen, die wohl am sinnvollsten südöstlich des Planungsgebietes entstehen wird.

Das angehängte Bild veranschaulicht eine mögliche Ausgestaltung des Georgplatzes mit Zugrundelegung der Baumassenstudie für den Ferdinandplatz und zeigt die neuralgischen Punkte.